Würmer beim Menschen: Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Würmer beim Menschen sind unangenehm, aber keineswegs selten. Eine Infektion mit parasitären Würmern kann Erwachsene ebenso betreffen wie Kinder. Manche Wurmarten verursachen deutliche Beschwerden, während andere lange unbemerkt im Körper bleiben.
Besonders häufig treten Würmer im Darm auf. Einige Parasiten können jedoch auch andere Organe wie Leber, Lunge oder Muskeln befallen. Die Ansteckung erfolgt unter anderem über verunreinigte Lebensmittel, ungewaschene Hände, Kontakt mit kontaminierter Erde oder den Verzehr von rohem Fleisch.
Die meisten Wurminfektionen lassen sich gut behandeln. Wichtig ist, die möglichen Anzeichen frühzeitig zu erkennen, eine medizinische Diagnose durchführen zu lassen und konsequente Hygienemaßnahmen einzuhalten.
Was sind Würmer beim Menschen?
Würmer, die im menschlichen Körper leben, werden als parasitäre Würmer oder Helminthen bezeichnet. Sie nutzen den Menschen als Wirt, um sich zu ernähren, weiterzuentwickeln oder zu vermehren.
Eine durch Würmer verursachte Erkrankung wird medizinisch als Helminthose bezeichnet. Je nach Wurmart können unterschiedliche Körperbereiche betroffen sein.
Zu den wichtigsten Gruppen gehören:
- Fadenwürmer
- Bandwürmer
- Saugwürmer
Viele Wurmarten leben hauptsächlich im Darm. Andere können während ihrer Entwicklung durch den Körper wandern und dabei beispielsweise die Lunge, Leber, Haut oder Muskulatur erreichen.
Welche Würmer können Menschen befallen?
Es gibt zahlreiche Wurmarten, die beim Menschen vorkommen können. In Mitteleuropa sind einige Infektionen häufiger als andere.
Madenwürmer
Madenwürmer gehören zu den häufigsten Würmern beim Menschen. Besonders oft sind Kinder betroffen. Die kleinen, weißen Würmer leben im Dickdarm.
Weibliche Madenwürmer wandern meist nachts zum After und legen dort ihre Eier ab. Dadurch entsteht häufig ein starker Juckreiz.
Typische Anzeichen sind:
- nächtlicher Juckreiz am After
- unruhiger Schlaf
- Reizbarkeit
- sichtbare kleine Würmer im Stuhl
- Kratzspuren im Analbereich
Durch Kratzen können die Wurmeier an die Hände und unter die Fingernägel gelangen. Werden sie anschließend verschluckt, kommt es zu einer erneuten Selbstansteckung.
Spulwürmer
Spulwürmer können über verunreinigte Erde, ungewaschenes Obst oder Gemüse in den Körper gelangen. Die Eier werden verschluckt und entwickeln sich im Darm weiter.
Die Larven können über den Blutkreislauf in die Lunge gelangen. Anschließend werden sie hochgehustet, verschluckt und erreichen erneut den Darm.
Mögliche Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Appetitlosigkeit
- Husten
- Atembeschwerden
- Gewichtsverlust
- Verdauungsstörungen
Bei einem starken Befall kann es in seltenen Fällen zu einem Darmverschluss kommen.
Bandwürmer
Bandwürmer können durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch sowie durch bestimmte verunreinigte Lebensmittel übertragen werden.
Zu den bekannten Arten gehören:
- Rinderbandwurm
- Schweinebandwurm
- Fischbandwurm
- Fuchsbandwurm
- Hundebandwurm
Ein Bandwurmbefall kann lange Zeit ohne deutliche Symptome verlaufen. Manche Betroffene bemerken einzelne Wurmglieder im Stuhl.
Mögliche Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Gewichtsverlust
- wechselnder Appetit
- Durchfall oder Verstopfung
- Müdigkeit
- Nährstoffmangel
Einige Bandwurmarten können Zysten in inneren Organen bilden und dadurch ernsthafte Komplikationen verursachen.
Hakenwürmer

Hakenwurmlarven können über die Haut in den Körper eindringen, beispielsweise beim Barfußlaufen auf kontaminiertem Boden.
Nach dem Eindringen wandern die Larven über den Blutkreislauf in die Lunge und später in den Darm. Dort ernähren sich die Würmer vom Blut des Wirts.
Mögliche Folgen sind:
- Hautreizungen an der Eintrittsstelle
- Juckreiz
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Müdigkeit
- Eisenmangel
- Blutarmut
Hakenwürmer sind vor allem in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet.
Peitschenwürmer
Peitschenwürmer werden meist durch verschluckte Eier übertragen, die sich auf verunreinigten Lebensmitteln, im Wasser oder in der Erde befinden können.
Ein leichter Befall verursacht häufig keine Beschwerden. Bei einer stärkeren Infektion können folgende Symptome auftreten:
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Blut im Stuhl
- Gewichtsverlust
- Blutarmut
- allgemeine Schwäche
Wie entstehen Würmer beim Menschen?
Die Übertragung hängt von der jeweiligen Wurmart ab. Besonders häufig erfolgt eine Infektion durch verschluckte Wurmeier oder Larven.
Schmierinfektion
Bei einer Schmierinfektion gelangen Wurmeier über Hände oder Gegenstände in den Mund.
Typische Übertragungsquellen sind:
- ungewaschene Hände
- Türklinken
- Spielzeug
- Bettwäsche
- Handtücher
- Toiletten
- Kleidung
Diese Form der Übertragung ist besonders bei Madenwürmern verbreitet.
Verunreinigte Lebensmittel
Wurmeier können sich auf ungewaschenem Obst, Gemüse oder Salat befinden. Besonders Lebensmittel, die mit kontaminierter Erde in Kontakt gekommen sind, sollten gründlich gereinigt werden.
Rohes oder unzureichend gegartes Fleisch
Bestimmte Bandwürmer können durch rohes oder nicht vollständig durchgegartes Rind-, Schweine- oder Wildfleisch übertragen werden.
Auch roher oder unzureichend gegarter Fisch kann Parasiten enthalten.
Kontakt mit kontaminierter Erde
Beim Gärtnern, Spielen im Sand oder Barfußlaufen kann es zum Kontakt mit Wurmeiern oder Larven kommen. Werden die Hände anschließend nicht gewaschen, können die Parasiten in den Mund gelangen.
Reisen in Risikogebiete
In Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen ist das Risiko für Wurminfektionen erhöht. Verunreinigtes Trinkwasser, rohe Lebensmittel und unzureichende sanitäre Anlagen können die Übertragung begünstigen.
Kontakt mit Tieren
Hunde, Katzen und Wildtiere können bestimmte Parasiten übertragen. Nicht jede Wurminfektion beim Menschen stammt jedoch von einem Haustier.
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine gute Hygiene nach dem Tierkontakt reduzieren das Risiko.
Welche Symptome verursachen Würmer beim Menschen?

Die Symptome hängen von der Wurmart, der Anzahl der Parasiten und dem betroffenen Körperbereich ab.
Häufige Beschwerden sind:
- Bauchschmerzen
- Blähungen
- Übelkeit
- Durchfall
- Verstopfung
- Appetitveränderungen
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Juckreiz am After
- sichtbare Würmer oder Wurmteile im Stuhl
Manche Menschen haben trotz eines Wurmbefalls kaum Beschwerden. Besonders bei einem leichten Befall kann die Infektion lange unbemerkt bleiben.
Können Würmer Müdigkeit verursachen?
Ja, einige Wurminfektionen können Müdigkeit und Erschöpfung auslösen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.
Bestimmte Würmer entziehen dem Körper Nährstoffe oder Blut. Dadurch können Eisenmangel, Blutarmut oder andere Mangelzustände entstehen.
Auch Schlafstörungen durch nächtlichen Juckreiz können zu Tagesmüdigkeit führen.
Müdigkeit allein ist jedoch kein sicherer Hinweis auf Würmer. Sie kann viele andere Ursachen haben und sollte bei längerem Bestehen ärztlich abgeklärt werden.
Wie erkennt man Würmer im Stuhl?
Manche Würmer oder Wurmteile sind mit bloßem Auge sichtbar.
Madenwürmer sehen häufig aus wie kleine, dünne, weiße Fäden. Sie sind meist nur wenige Millimeter bis etwa einen Zentimeter lang.
Bandwurmglieder können als flache, helle Bestandteile im Stuhl erscheinen. Sie werden teilweise mit Reiskörnern verglichen.
Nicht alle Parasiten sind sichtbar. Häufig lassen sich nur die Eier unter dem Mikroskop nachweisen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein Arztbesuch ist empfehlenswert, wenn folgende Beschwerden auftreten:
- sichtbare Würmer im Stuhl
- anhaltender Juckreiz am After
- starke oder wiederkehrende Bauchschmerzen
- ungeklärter Gewichtsverlust
- Blut im Stuhl
- länger anhaltender Durchfall
- ungewöhnliche Müdigkeit
- Beschwerden nach einer Fernreise
- Verdacht auf einen Wurmbefall bei einem Kind
Auch wenn mehrere Personen im selben Haushalt ähnliche Symptome haben, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
Bei starken Bauchschmerzen, Atemproblemen, hohem Fieber oder neurologischen Beschwerden ist eine schnelle ärztliche Untersuchung notwendig.
Wie werden Würmer beim Menschen diagnostiziert?
Die Diagnose richtet sich nach der vermuteten Wurmart.
Stuhluntersuchung
Bei einer Stuhluntersuchung wird eine Probe im Labor auf Wurmeier, Larven oder Wurmbestandteile untersucht.
Da Eier nicht immer kontinuierlich ausgeschieden werden, können mehrere Proben an unterschiedlichen Tagen notwendig sein.
Klebestreifen-Test
Bei Verdacht auf Madenwürmer wird häufig ein Klebestreifen-Test durchgeführt.
Am Morgen, direkt nach dem Aufstehen und vor dem Waschen oder Toilettengang, wird ein transparenter Klebestreifen auf die Haut um den After gedrückt. Anschließend wird er im Labor untersucht.
Der Test sollte häufig an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt werden.
Blutuntersuchung
Bestimmte Wurminfektionen können Veränderungen im Blutbild verursachen. Dazu gehören eine erhöhte Anzahl bestimmter Abwehrzellen oder Hinweise auf Blutarmut.
Bei einigen Parasiten können zusätzlich Antikörper im Blut nachgewiesen werden.
Bildgebende Untersuchungen
Bei Verdacht auf einen Befall innerer Organe können Ultraschall, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie eingesetzt werden.
Wie werden Würmer beim Menschen behandelt?

Die Behandlung erfolgt mit speziellen Medikamenten gegen Würmer. Diese werden Anthelminthika oder Wurmmittel genannt.
Welche Therapie geeignet ist, hängt von der jeweiligen Wurmart ab.
Häufig verwendete Wirkstoffe sind:
- Mebendazol
- Albendazol
- Pyrantel
- Praziquantel
- Ivermectin
Je nach Infektion kann eine einmalige Einnahme ausreichend sein. In anderen Fällen muss die Behandlung über mehrere Tage erfolgen oder nach einigen Wochen wiederholt werden.
Die Medikamente wirken je nach Wirkstoff unterschiedlich. Sie können die Energieversorgung der Würmer blockieren, die Muskulatur lähmen oder die Parasiten abtöten.
Die Auswahl und Dosierung sollten ärztlich oder pharmazeutisch abgestimmt werden. Dies gilt besonders für Kinder, Schwangere, stillende Frauen und Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Müssen alle Familienmitglieder behandelt werden?
Bei Madenwürmern kann es sinnvoll sein, mehrere oder alle Haushaltsmitglieder gleichzeitig zu behandeln. Grund dafür ist die leichte Übertragung innerhalb der Familie.
Ob eine gemeinsame Behandlung notwendig ist, sollte mit einem Arzt abgesprochen werden.
Zusätzlich müssen alle Beteiligten konsequente Hygienemaßnahmen einhalten. Andernfalls kann es trotz erfolgreicher Medikamenteneinnahme zu einer erneuten Infektion kommen.
Hygienemaßnahmen während der Behandlung
Bei Würmern beim Menschen ist Hygiene ein wichtiger Bestandteil der Therapie.
Empfohlen werden unter anderem:
- Hände gründlich mit Seife waschen
- Fingernägel kurz halten
- nicht an den Nägeln kauen
- morgens den Analbereich waschen
- täglich frische Unterwäsche tragen
- Schlafanzüge regelmäßig wechseln
- Bettwäsche und Handtücher heiß waschen
- Toiletten und häufig berührte Flächen reinigen
- Handtücher nicht gemeinsam benutzen
- Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich waschen
Bei Madenwürmern sollte möglichst vermieden werden, den Analbereich zu kratzen. So lässt sich die Verteilung der Eier reduzieren.
Helfen Hausmittel gegen Würmer?
Im Internet werden zahlreiche Hausmittel gegen Würmer empfohlen. Dazu gehören Knoblauch, Kürbiskerne, Kokosöl, Papayakerne und verschiedene Kräutermischungen.
Für viele dieser Mittel fehlen jedoch ausreichende wissenschaftliche Belege. Sie können eine zuverlässige Diagnose und medizinische Behandlung nicht ersetzen.
Ein unbehandelter Wurmbefall kann sich ausbreiten oder zu Komplikationen führen. Daher sollte bei Verdacht auf Würmer nicht ausschließlich auf Hausmittel vertraut werden.
Wie kann man Würmern vorbeugen?
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Infektionsrisiko deutlich reduzieren.
Hände regelmäßig waschen
Die Hände sollten besonders gründlich gewaschen werden:
- nach dem Toilettengang
- vor dem Essen
- nach dem Windelwechsel
- nach Gartenarbeit
- nach dem Kontakt mit Erde
- nach dem Spielen im Sand
- nach dem Kontakt mit Tieren
Lebensmittel richtig reinigen
Obst, Gemüse, Salat und Kräuter sollten vor dem Verzehr gründlich unter fließendem Wasser gereinigt werden.
Fleisch und Fisch ausreichend erhitzen
Rohes oder halbgares Fleisch kann Parasiten enthalten. Fleisch und Fisch sollten daher ausreichend erhitzt werden.
Küchenhygiene beachten
Schneidebretter, Messer und Arbeitsflächen sollten nach dem Kontakt mit rohem Fleisch gründlich gereinigt werden.
Haustiere kontrollieren lassen
Hunde und Katzen sollten regelmäßig tierärztlich untersucht und entsprechend der individuellen Empfehlung gegen Parasiten behandelt werden.
Vorsicht auf Reisen
In Risikogebieten sollte nur sicheres Trinkwasser verwendet werden. Rohe Lebensmittel, ungewaschenes Obst und nicht ausreichend gegartes Fleisch sollten vermieden werden.
Häufig gestellte Fragen zu Würmern beim Menschen
Sind Würmer beim Menschen gefährlich?
Viele Wurminfektionen sind gut behandelbar und verursachen keine bleibenden Schäden. Einige Arten können jedoch schwere Komplikationen verursachen, insbesondere wenn Organe betroffen sind oder die Infektion lange unbehandelt bleibt.
Können Erwachsene Madenwürmer bekommen?
Ja. Madenwürmer kommen zwar besonders häufig bei Kindern vor, können aber auch Erwachsene betreffen. Innerhalb eines Haushalts ist eine Übertragung leicht möglich.
Verschwinden Würmer von selbst?
Darauf sollte man sich nicht verlassen. Manche Infektionen können länger bestehen oder sich durch erneute Selbstansteckung immer wiederholen. Eine gezielte Behandlung ist daher meist notwendig.
Kann man sich über die Toilette anstecken?
Ja, Wurmeier können sich auf Toilettensitzen, Spültasten, Türklinken oder anderen Oberflächen befinden. Eine gründliche Handhygiene reduziert das Risiko.
Können Würmer von Haustieren übertragen werden?
Einige Parasiten können von Tieren auf Menschen übertragen werden. Viele menschliche Wurminfektionen entstehen jedoch unabhängig von Haustieren.
Wie lange dauert die Behandlung?
Die Dauer hängt von der Wurmart und dem verwendeten Medikament ab. Manche Therapien bestehen aus einer Einzeldosis, andere dauern mehrere Tage. Häufig ist eine Wiederholung nach einigen Wochen erforderlich.
Fazit: Würmer beim Menschen frühzeitig erkennen und behandeln
Würmer beim Menschen sind unangenehm, lassen sich in vielen Fällen jedoch gut behandeln. Die Symptome reichen von Juckreiz am After und Verdauungsbeschwerden bis hin zu Müdigkeit, Gewichtsverlust oder sichtbaren Würmern im Stuhl.
Bei Verdacht auf einen Wurmbefall ist eine ärztliche Diagnose sinnvoll. Eine gezielte Behandlung mit geeigneten Medikamenten und konsequente Hygienemaßnahmen können die Parasiten beseitigen und eine erneute Ansteckung verhindern.
Gründliches Händewaschen, sorgfältig gereinigte Lebensmittel, ausreichend erhitztes Fleisch und regelmäßige Kontrollen von Haustieren sind wichtige Maßnahmen, um Würmern beim Menschen vorzubeugen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.



